• Elena Marisa

Seasickness... was kann ich tun?

Noch kurz vorab: Dieser Artikel beruht ganz allein auf meinen Erfahrungen und Beobachtungen, nichts davon ist ärztlich nachgewiesen oder mit einer Studie belegt worden. Ich kann euch Tipps und Tricks verraten, aber es ist von Person zu Person unterschiedlich, wie es bei jedem einzelnen hilft und was nicht.


Ganz typische Anzeichen von Seekrankheit sind zu Beginn Müdigkeit, Kopfschmerzen und häufiges Gähnen.

Erst danach kommt es so langsam zu den etwas unangenehmeren Symptomen wie Schwindelgefühl, Kreislaufproblemen, Übelkeit und erbrechen.



Meine schlimmste Segelerfahrung

Eigentlich war ich davon überzeugt, dass ich niemals seekrank werden könnte, aber EIN Mal hat es mich dann doch so richtig erwischt, also kann ich genau nachempfinden, wie hilflos man sich dabei fühlt.

Bei mir ist es vor allem Abhängig von Temperatur und Wetter, von körperlicher Gesundheit, ob ich sowieso schon angeschlagen oder müde bin, oder ob ich topfit bin.


Wir sind damals im Winter losgesegelt, wir wollten eigentlich über die Biskaya (das Gewässer zwischen Frankreich und Spanien) von der Bretagne aus nach A Crouna, aber wir mussten (zum Glück) zwischen halten, da ein Sturm aufkam und statt der geplanten 4-5 Tage sind wir nur 1 Tag lang gesegelt.

Diese 24h vom Golf de Morbihan zur Insel Île d'Yeu werd ich sicherlich nie vergessen. Es war eiskalt (5°C) und ich habe die ganze Zeit gefroren, alles war nass und die Klamotten klamm, weil es die ganze Zeit nur geregnet hat.

Wir hatten so um die 20-25 Knoten Wind und sind so hart es ging am Wind gesegelt. Hinzu kommt noch, dass unser Segelboot wirklich nicht sehr groß ist (9m), automatisch spürt man jede einzelne Welle und jedes Schwanken viel viel mehr, als auf größeren Booten.

24h lang hab ich nichts gegessen oder getrunken, aus Angst, dass ich dann vielleicht aufstehen müsste, um mal auf Toilette zu gehen.

Ich habe die ganze Zeit über nur in meiner Koje gelegen, geschlafen oder abgewartet bis es endlich vorbei war.

Ich musste mich zwar nicht übergeben, aber ich war durchgängig kurz davor. Jedes Mal, wenn ich mich nur aufrecht hinsetzten wollte, ist mir schwarz vor Augen geworden und das Übelkeitsgefühl wurde schlimmer.


Nunja, das war meine aller erste, wunderschöne Segelerfahrung mit unserem eigenen kleinen Boot Marianne und auch wenn das mit Abstand der schlimmste Trip war, den wir hatten, hat mich das nicht davon abgehalten, einfach weiter zu segeln.



Ein paar kleine Tipps:

Was ich euch als erstes damit erzählen möchte, lasst euch davon nicht abschrecken! Nur, weil ihr einmal seekrank gewesen seid, heißt das nicht, dass ihr nie wieder segeln gehen könnt und immer wieder seekrank werdet. Bei mir lag es vor allem an den äußeren Bedingungen.

Mein Körper war so sehr damit beschäftigt, sich um die Kälte und um die Nässe zu kümmern, dass keine Kraft mehr übrig geblieben ist, um das ständige schaukeln auszugleichen.

Abgesehen davon, dass ich nichts trinken und nichts essen wollte.





Ganz wichtig, wenn ihr merkt, dass ihr so langsam seekrank werdet, reagiert rechtzeitig. Versucht nicht, es mit aller Kraft zu ignorieren. Es ist überhaupt nicht schlimm und passiert den Meisten.


Haltet euch auf jeden Fall an Deck auf, unter Deck spürt man das Schaukeln viel extremer und es ist viel unerträglicher als oben.


Legt euch der länge des Bootes nach hin, nehmt eine ruhige Position ein und versucht euch ein wenig zu entspannen. Dann kommt es einem so vor, als würde man wie früher in seinem Kinderbett hin und her geschaukelt werden.


Schaut zum Horizont, es hilft meistens enorm, wenn man sich den ruhigen Horizont anschaut, das lenkt vom schwankenden Boot ab.


Ablenkung! Sucht euch Aufgaben, lenkt euch auf. Aber bloß die Finger weg von Handy, Laptop oder Büchern, das verschlimmert meist noch alles. 


Ben schwört darauf, dass man auch Ingwer kauen soll. Ich finds eher eklig und ich glaube, mir würde danach erst so richtig schlecht werden. Aber natürlich wollte ich euch diesen Tipp nicht vorenthalten.


Ganz wichtig: ganz ganz viel Wasser trinken.


Natürlich ist nicht jedes Segelrevier gleich. In manchen Regionen sind die Gewässer viel ruhiger als in Anderen. Achtet auf Wind- und Wetterverhältnisse! Bis zu 20 Knoten ist es meiner Meinung nach völlig okay raus zu fahren, ab 30 Knoten Wind würde ich euch davon abraten, gerade wenn ihr Probleme mit Seekrankheit habt, dann wird es nämlich so langsam ungemütlich.

Warme Temperaturen, Sonnenschein und angenehmer Wind sind für mich die perfekten Vorraussetzungen für einen entspannten Segeltörn.


Übung macht den Meister.

Je länger ihr euch auf dem Boot aufhaltet, desto besser und einfacher wird es für euch. Man braucht 3 Tage um sich an das Boot, an die Wellen und an die ganzen fremden Geräusche zu gewöhnen. Nach einer Woche ist man dann so richtig eins mit dem Segelboot und gleicht automatisch jede Bewegung mit einer Gegenbewegung aus.



(Im allerschlimmsten Fall gibt es auch noch Tabletten, die bekommt ihr in der Apotheke.

Ich bin aber immer eher gegen solche Chemiekeulen und würde es immer erstmal ohne versuchen Die machen einen eh nur müde, sonst nichts)




0 Ansichten

©2020 elenamarisa.com

  • Weiß Instagram Icon
  • Weiß Pinterest Icon
  • Weiß Facebook Icon

Life is what you make it.